Von hochrangigen CEOs bis hin zu glamourösen Filmstars, jeder, der etwas auf sich hält, meditiert heutzutage. Aber... man kann nicht wirklich meditieren, man kann nur meditativ „werden“. Verwirrt? Keine Sorge, lies einfach weiter.

Sadhguru: In dem Moment, wenn wir das Wort „Meditation“ aussprechen, tauchen allerlei falsche Vorstellungen auf. Zunächst einmal bedeutet das Wort „Meditation“ an sich nichts in dem Sinne: Wenn du deine Augen schließt und dasitzt, nennen wir das „Meditation“. Du kannst mit geschlossenen Augen dasitzen und viele Dinge tun. Es gibt viele Dimensionen. Du kannst Japa, Tapa, Dharana, Dhyana, Samadhi, Shoonya machen. Oder du magst einfach nur die Kunst des aufrechten Schlafens gemeistert haben!

Niemand kann Meditation machen

Was ist also diese Sache, die wir Meditation nennen? Im Allgemeinen gehen wir davon aus, dass man sich auf das bezieht, was als Dhyan oder Dhyana bezeichnet wird. Wenn man sich in diesem Zusammenhang auf Dhyan als Meditation bezieht, ist das nicht etwas, was man tun kann. Niemand kann Meditation machen. Der Grund dafür, dass die meisten Menschen, die Meditation ausprobiert haben, zu dem Schluss gekommen sind, dass es sehr schwierig oder gar unmöglich ist, liegt darin, weil sie versuchen es zu tun.

Meditation ist eine bestimmte Qualität. Sie ist keine bestimmte Handlung.

Du kannst Meditation nicht machen, aber du kannst meditativ werden. Meditation ist eine bestimmte Qualität. Sie ist keine bestimmte Handlung. Kultivierst du deinen Körper, deinen Verstand, deine Energien und deine Emotionen zu einem gewissen Reifegrad, wird Meditation ganz natürlich geschehen. Es ist genau so, wie wenn du den Erdboden fruchtbar hältst, wenn du ihm den notwendigen Dünger und Wasser gibst, und wenn die richtige Art von Samen vorhanden ist, wird er wachsen und blühen und Früchte und Blüten tragen.

Blumen und Früchte werden nicht aus einer Pflanze hervorgehen weil du es willst, sondern einfach weil du die notwendige förderliche Atmosphäre geschaffen hast. Ebenso wird, wenn du die nötige Atmosphäre in dir selbst schaffst, in allen vier Dimensionen dessen, was du bist, Meditation auf natürliche Weise in dir aufblühen. Es ist ein gewisser Duft, den man in sich selbst genießen kann.

Meditation und der Verstand

Der Verstand mag keine Meditation, denn wenn du den Körper still hältst, wird auch der Verstand auf natürliche Weise still. Deswegen wird im Yoga so viel Wert auf Hatha Yoga und Asanas gelegt. Wenn du einfach lernst, wie du deinen Körper absolut still halten kannst, wird auch dein Verstand still werden. Ich möchte, dass du dich einfach beobachtest und siehst, wie viele unnötige Bewegungen dein Körper macht während du stehst, sitzt oder sprichst. Wenn du dein Leben anschaust, wirst du sehen, dass über die Hälfte der Zeit von Dingen eingenommen wird, die dich eigentlich nicht kümmern.

Wenn du deinen Körper still hältst, wird der Verstand langsam anfangen zusammenzubrechen, und der Verstand weiß, dass er versklavt wird, wenn er dies zulässt. Der Hauptaspekt der Meditation ist, dass momentan dein Verstand der Chef ist und du der Sklave. Sobald du meditierst und meditativer wirst, wirst du der Chef werden und dein Verstand der Sklave, und so sollte es immer sein. Wenn du nicht weißt, wie du den Verstand als Sklave hältst, wird er dir alle möglichen endlosen Leiden antun. Erlaubst du ihm zu regieren, ist der Verstand ein schrecklicher Herr. Aber als Sklave ist der Verstand wundervoll – er ist ein wundersamer Sklave.

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