8 gesundheitliche Vorteile von Honig und seine Verwendungsmöglichkeiten

In diesem Artikel schauen wir uns die vielen gesundheitlichen Vorteile von Honig an, der schon seit Jahrtausenden als Heilmittel genutzt wird. Außerdem geht es um die Anwendung des Honigs als Hausmittel und in der traditionellen Medizin
gesundheitliche Vorteile von Honig
 

Honig war schon immer eine sehr beliebte kulinarische Delikatesse und seit vielen Jahrtausenden ein wichtiges medizinisches Heilmittel. Überall auf der Welt schienen sich unsere Vorfahren der vielen gesundheitlichen Vorteile von Honig wohl bewusst zu sein. Seine früheste bekannte Verwendung als Arzneimittel wurde auf sumerischen Lehmtafeln gefunden, die fast 4000 Jahre alt sein können. Fast 30% der medizinischen Heilverfahren der Sumerer enthielten Honig. In Indien ist Honig ein wichtiger Teil der alten traditionellen Medizinsysteme Siddha und Ayurveda. Im alten Ägypten wurde er zur Behandlung von Haut- und Augenkrankheiten sowie als natürlicher Verband bei Wunden und Verbrennungen eingesetzt. Viele andere Kulturen haben Honig für verschiedene medizinische Zwecke verwendet. Heute steht der Honig im Mittelpunkt zahlreicher wissenschaftlicher Untersuchungen der medizinischen Fachwelt, in denen die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten von Honig, die unsere Vorfahren erdacht haben, untersucht und bestätigt wurden. Doch werfen wir zuerst einen Blick auf die gesundheitlichen Wirkungen:

Gesundheitliche Vorteile von Honig

Nr. 1: Honig ist gut für dein Blut

Honig beeinflusst den Körper auf unterschiedliche Weise, je nachdem, wie man ihn konsumiert. Wenn Honig in lauwarmes Wasser gemischt und getrunken wird, hat er einen günstigen Einfluss auf die Anzahl der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) im Blut. Die Erythrozyten sind hauptsächlich für den Transport von Sauerstoff im Blut zu verschiedenen Teilen des Körpers verantwortlich. Honig in lauwarmem Wasser aufgelöst erhöht den Hämoglobinspiegel im Blut, und schützt so vor Blutarmut. Eisenmangelanämie ist eine Erkrankung, die auftritt, wenn die ernährungsbedingte Aufnahme oder Absorption von Eisen unzureichend ist und die Sauerstofftransportkapazität des Blutes beeinträchtigt ist. Die verminderte Sauerstofftransportkapazität führt zu Erschöpfung, Atemnot und manchmal zu Depressionen und anderen Problemen. Honig kann diese Probleme beseitigen, indem er die Sauerstofftransportkapazität des Blutes erhöht. Der Aufbau des Sauerstoffgehalts im Blut ist extrem wichtig, denn wie gesund der Körper ist und wie leicht er sich regeneriert, hängt vom Sauerstoffgehalt im Blut ab. Vorläufige Untersuchungen haben auch die positive Wirkung von Honig auf Bluthochdruck (Hypertonie) gezeigt. Traditionsgemäß wird Honig auch eingenommen, um die Auswirkungen von niedrigem Blutdruck (Hypotonie) zu mindern. Es gibt außerdem einige vorläufige Hinweise darauf, dass Honig bei Chemotherapie-Patienten eine niedrige Anzahl weißer Blutkörperchen verhindern kann. Bei 40% der Patienten einer Kleinstudie, bei denen das Risiko einer niedrigen Leukozytenzahl bestand, trat dieses Problem nach der Einnahme von täglich zwei Teelöffel therapeutischen Honigs während der Chemotherapie nicht wieder auf.

Nr. 2: Honig ist sicherer als Zucker

Es ist bereits viel über die negativen Auswirkungen von weißem Zucker auf den Körper gesagt worden. Honig ist ein toller Ersatz, der ebenso süß ist, aber auch sicher konsumiert werden kann. Obwohl Honig in seiner chemischen Zusammensetzung auch Einfachzucker enthält, unterscheidet er sich von weißem Zucker dadurch, dass er etwa 30% Glukose und 40% Fruktose – zwei Monosaccharide oder Einfachzucker – sowie 20% andere komplexe Zuckerverbindungen enthält. Honig enthält außerdem Dextrin, eine stärkehaltige Faser. Diese Kombination hilft dem Körper, den Blutzuckerspiegel zu regulieren.

Nr. 3: Honig ist gut für Yogaübende

Bei denjenigen, die Yoga üben, bringt der Konsum von Honig die Blutchemie ins Gleichgewicht und wird besonders empfohlen. Regelmäßiger Verzehr von Honig macht das System dynamischer. Die morgendliche Einnahme von lauwarmem, leicht mit Honig versetztem Wasser vor Beginn der Übungen kann das System öffnen.

Nr. 4: Honig wirkt antibakteriell und antiseptisch

Der Verzehr von Honig fördert die Zunahme von nützlichen Antioxidantien, stimuliert Antikörper und bekämpft schädliche mikrobielle Aktivitäten. Mehrere Studien untersuchten Honig in der Wundbehandlung. In einer Studie wurde ein therapeutischer Honig verwendet, der einem speziellen Reinigungsverfahren unterzogen worden war, und alle Bakterienstämme in den Wunden der Studienteilnehmer zerstörte. In einer weiteren Studie wurden Wunden und Beingeschwüre von 59 Patienten, von denen 80% auf keine konventionelle Behandlung mehr ansprachen, mit rohem Honig behandelt. Bis auf einen Patienten zeigten alle anderen Wunden eine Besserung. Darüber hinaus wurden die infizierten Wunden innerhalb einer Woche nach der Honigauftragung steril.
In der traditionellen Medizin gehört die Behandlung von Atemwegsinfektionen zu den gesundheitlichen Vorteilen von Honig. Der tägliche Verzehr von Honig wird zur Behandlung von Problemen wie überschüssigem Schleim und Asthma eingesetzt. Klinische Forschungen haben auch gezeigt, dass medizintauglicher Honig lebensmittelbedingte Krankheitserreger wie Escherichia coli und Salmonellen zerstören kann. Honig hat sich auch bei der Bekämpfung von Bakterienstämmen, die Resistenzen gegen Antibiotika entwickelt haben, als vielversprechend erwiesen.
Die Forschung hat gezeigt, dass Honig gegen Methicillin-resistente Staphylococcus aureus und Pseudomonas aeruginosa wirksam ist. Honig bekämpft Infektionen auf vielen Ebenen, so dass es für Krankheitserreger schwierig ist, eine Resistenz dagegen zu entwickeln. Antibiotika hingegen zielen für gewöhnlich auf Bakterien ab, während sie sich im Wachstum befinden, und geben ihnen die Möglichkeit, eine Resistenz zu entwickeln. Honig stört auch das sogenannte „Quorum Sensing“ (die Fähigkeit der Bakterien zur chemischen Kommunikation untereinander), das die Ansteckungskraft bakterieller Krankheitserreger reduziert und die Wirkung von Antibiotika ermöglicht.

Nr. 5: Honig ist Energienahrung

Eine der wichtigen Anwendungen von Honig in der traditionellen Medizin ist die als sofortiger Energielieferant. Wie oben schon beschrieben, enthält Honig viele verschiedene Arten von Zuckermolekülen, insbesondere Glukose und Fruktose. Im Gegensatz zum weißen Zucker, wo Fruktose und Glukose zusammen als Saccharose vorliegen und einen weiteren Schritt im Verdauungsprozess benötigen, liegen diese beiden Zuckerformen im Honig getrennt vor. Die Glukose funktioniert daher als sofortiger Energielieferant.
Der Amerikanische Nationale Honig Rat empfiehlt den Verzehr von Honig, weil er viele Vitamine und Mineralien in kleinen Mengen enthält, darunter: Niacin, Riboflavin, Pantothensäure, Kalzium, Kupfer, Eisen, Magnesium, Mangan, Phosphor, Kalium und Zink.

Nr. 6: Honig hilft bei der Verdauung

Honig lindert Verstopfungen, Blähungen und Darmwinde, da er ein mildes Abführmittel ist. Honig ist außerdem reich an probiotischen oder „guten“ Bakterien wie Bifidobaktieren und Laktobazillen, die die Verdauung unterstützen, die Gesundheit des Immunsystems fördern und Allergien reduzieren. Es hat sich gezeigt, dass die Verwendung von Honig anstelle von Haushaltszucker die toxischen Wirkungen von Mykotoxinen, die von Pilzen produziert werden, im Darm reduziert.

Nr. 7: Honig bekämpft Haut- und Kopfhautinfektionen

Honig wirkt ebenfalls positiv auf die Haut sowie die Kopfhaut. In einer Kleinstudie mit 30 Patienten, in der die Auswirkungen von Honig auf die Behandlung seborrhoischer Dermatitis und Schuppen untersucht wurden, trugen die Teilnehmer jeden zweiten Tag verdünnten rohen Honig auf ihre Problemstellen auf und rieben ihn sanft für 2-3 Minuten ein. Nach 3 Stunden Einwirkzeit wurde er mit warmen Wasser abgewaschen. Bei allen Patienten zeigte sich durch die Behandlung eine Besserung. Der Juckreiz wurde gelindert und die Schuppenschicht verschwand innerhalb einer Woche, während die Läsionen innerhalb von zwei Wochen verschwanden. Auch bei Patienten mit Haarausfall zeigte sich eine Verbesserung. Darüber hinaus kam es bei Patienten, die die Behandlung sechs Monate lang fortsetzten, indem sie einmal wöchentlich Honig auftrugen, nicht zu einem Rückfall.

Nr. 8: Honig hilft Kindern, ruhig zu schlafen

Vorläufige Ergebnisse aus mehreren Studien deuten darauf hin, dass Honig die Schlafqualität von Kindern verbessern kann. Ausgehend von den Meinungen der Eltern kamen die Studien zu dem Schluss, dass Honig den Husten der Kinder während der Nacht verringert und ihnen zu einem ruhigeren Schlaf verhilft.

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Interessante Hinweise

Honigsorten, die eine dunklere Farbe haben, gelten als besonders reich an Antioxidantien. Honig verdirbt nicht und ist dicht verschlossen für lange Zeit haltbar. Archäologen haben tatsächlich verschlossene Honigtöpfe in Pharaonengräbern der altägyptischen Stadt Theben und im Grab von Tutenchamun gefunden. Es ist nicht bekannt, was die Archäologen mit all dem Honig angestellt haben!
Bitte Folgendes besonders beachten: Honig sollte nie an Säuglinge unter 12 Monaten verabreicht werden, da die Gefahr besteht, dass er Sporen von Botulismus-Bakterien enthält, die bei Säuglingen zu Botulismus (Fleischvergiftung) führen können. Diese Sporen befinden sich im Staub und im Boden und könnten in den Honig gelangen. Das System eines Säuglings ist noch nicht stark genug, um sich gegen diese Art der Infektion wehren zu können. Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass Honig sich im Hinblick auf Diabetes nicht allzu sehr von weißem Zucker unterscheidet. Beide Produkte erhöhen den Blutzuckerspiegel, und Diabetiker müssen die gleiche Sorgfalt walten lassen.

Anwendungen von Honig im Siddha und Ayurveda

Die Inder haben die Vorteile des Honigs vielleicht am gründlichsten erforscht. Honig wurde als Geschenk der Natur an die Menschheit angesehen wurde als essenzieller Bestandteil in jeder Küche vorgegeben. Er wurde als wichtiger Teil der Ernährung für jeden angesehen, der über 12 Monate alt war. Honig wurde als vorverdaute Nahrung betrachtet und damit als leichtverdaulich für den Menschen. Im Ayurveda und Siddha wird er als Trägersubstanz für Arzneimittel eingesetzt. Mischt man Arzneien mit Honig, werden sie vom Körper leichter und schneller aufgenommen und verbreiten sich im System durch die Blutzirkulation.
Honig wird auch nachgesagt, dass er die Wirksamkeit eines Arzneimittels erhält und seine Wirkungsdauer verlängert. Siddha-Texte verschreiben Honig als Teil der Behandlung von Problemen im Zusammenhang mit Ushna (frei übersetzt als „Hitze“), überschüssigem Schleim, Erbrechen, Blähungen und Blutunreinheiten. In den Schriften des Siddha werden sieben verschiedene Honigsorten unterschieden, darunter der Honig aus dichten Gebirgswäldern, auch bekannt als Malaithen oder Berghonig, dem der höchste medizinische Wert zugeschrieben wird. Diese Honigart soll die Eigenschaften vieler Heilpflanzen in sich tragen, von denen die Bienen Nektar sammeln.

Traditionelle Heilmittel und Anwendungen von Honig

Honigwasser

Zutaten

  • 1-3 Teelöffel mit einem Glas Wasser (Raumtemperatur), zweimal am Tag, nährt Gewebe und hilft, Schwächen im Nervensystem zu lindern.
  • 1-3 Teelöffel mit einem Glas lauwarmem Wasser liefert sofortige Energie und hilft beim Gewichtsmanagement.

Lokale Anwendungen

Honig auf Schürfwunden verschmiert fördert eine schnellere Heilung und minimiert die Narbe.

Vorteile von Honig und Zitrone

Tragen Sie zweimal täglich jeweils 20 Minuten lang zu gleichen Teilen Honig und frischen Zitronensaft auf das Gesicht auf. Dadurch können schwarze Flecken auf dem Gesicht entfernt werden.

Ingwer-Honig-Getränk

Rezept Nr. 1

  • Ingwer auspressen um Saft zu extrahieren. Den Saft für 15 Minuten in einem Glasbehälter lassen.
  • Den klaren Teil vom Bodensatz trennen und im Kühlschrank für 5-6 Tage aufbewahren.
  • Mische zwei Teelöffel dieses Ingwersaftes mit 2 Teelöffeln Honig und nimm ihn morgens jeden Tag auf nüchternen Magen ein. Das hilft, das Blut zu reinigen. Der Saft kann 48 Tage lang einmal alle 6 Monate konsumiert werden.

Rezept Nr. 2

  • Frischen Ingwer waschen und schälen.
  • Den Ingwer in kleine Stücke schneiden; diese in Honig in einem Glas mit großer Öffnung einweichen.
  • Die Öffnung mit einem dünnen weißen Baumwolltuch bedecken und das Glas für 12 Tage in die Sonne stellen. 
  • 2-4 Stücke täglich morgens und abends einnehmen, um Verdauungsprobleme loszuwerden.

Rezept Nr. 3

Vermische vier Teelöffel Ingwersaft, vier Teelöffel Honig und 2 Teelöffel Zitronensaft in 175 ml Wasser. Dies hilft, deine Anfälligkeit für Erkältungen zu senken.

Pflege fürs Herz

  • Zum frisch gepressten Saft eines Granatapfels einen Esslöffel Honig hinzufügen.
  • Das Gemisch täglich morgens auf leeren Magen einnehmen.
  • Mithilfe einer Nadel Löcher in Datteln stechen. In Honig einweichen und 2-4 Datteln zweimal täglich konsumieren.

Heilmittel aus Honig für Erkältungen

Leidet man an Erkältungskrankheiten oder jeden Morgen an verstopften Nasenlöchern, kann die Einnahme von Neem, Pfeffer, Honig und Kurkuma sehr hilfreich sein. Hier sind ein paar einfache Hausmittel.
Option 1: 10 bis 12 Pfefferkörner grob gemahlen in zwei Teelöffeln Honig über Nacht einweichen (8-12 Std.). Am Morgen die Pfefferkörner gut zerkaut einnehmen. Man kann auch etwas Kurkuma zum Honig hinzufügen.
Option 2: Neemblätter zu einer Paste zermahlen und diese zu einer Kugel zusammenrollen. Die Kugel in Honig tauchen und eine jeden Morgen auf leeren Magen schlucken. Für die nächsten 60 Minuten sollte man nichts essen, damit der Neem den Verdauungsapparat passieren kann. Hilft auch bei anderen Allergiearten wie Haut- und Nahrungsmittelallergien. Diese Methode ist durch die medizinischen Eigenschaften des Neem sehr wirkungsvoll. Sollten einem die normalen Neemblätter zu bitter sein, können auch junge Neemblätter verwendet werden.

Erfrischung aus Wassermelone, Ingwer und Minze

Hier ist ein „cooles“ Rezept mit Honig und Wassermelone, das in den Sommermonaten Abkühlung schafft.

Zutaten

  • eine Viertel Wassermelone
  • ein 2-3 cm großes Stück Ingwer
  • 1/4 Tasse frische Minzblätter
  • Salz und gemahlener schwarzer Pfeffer nach Geschmack
  • 3 Esslöffel Honig

Zubereitung

  • Die Wassermelone schälen, entkernen und grob stückeln. Die Stücke anschließend in einen Mixer tun.
  • Ingwer schälen, zerdrücken und in den Behälter tun.
  • Minzblätter, Salz, gemahlenen Pfeffer und Honig hinzufügen.
  • Alles verrühren bis ein Brei entsteht. Diesen durch ein Sieb geben.
  • Den Saft in Gläser füllen und servieren.

Zum Abschluss des Artikels noch einige allgemeine Fakten über Honig und Bienen:

  • Es sind etwa 25 000 Bienenarten bekannt, von denen viele leider vom Aussterben bedroht sind.
  • Beinahe 80 % der Lebensmittel im Supermarkt existieren aufgrund der Bienenbestäubung.
  • Die erste Aufzeichnung von Honig sammelnden Menschen stammt aus der Zeit um 6000 v. Chr. Dies wird in einer Höhlenmalerei dargestellt, die sich in den Spinnenhöhlen (Cuevas de la Araña) in Valencia in Spanien befindet.
  • Um 500 Gramm Honig herzustellen, brauchen Honigbienen für die Nektarsammlung etwa 10 Millionen Flüge oder umgerechnet eineinhalb Rundflüge um die Erde.