Biologen haben darauf hingewiesen, dass einer der größten Schritte im Evolutionsprozess der Tiere der Wandel von einer horizontalen zu einer vertikalen Wirbelsäule war. Erst nach diesem Schritt passierte es, dass die Intelligenz zur Entfaltung kam. Wenn wir also diesen natürlichen Energieanstieg während des Mahashivratri-Festes die ganze Nacht lang mit der richtigen Art von Mantras und Meditationen nutzen, können wir dem Göttlichen einen Schritt näher kommen.

Das Ansteigen der Energien findet auch dann statt, wenn es kein Sadhana im Leben eines Menschen gibt. Aber besonders für die Menschen, die sich einer Art von yogischen Sadhana widmen, ist es sehr wichtig, den Körper in einer vertikalen Position zu halten, oder in anderen Worten, in dieser Nacht nicht zu schlafen.

Mahashivratri ist sehr bedeutungsvoll für Menschen, die auf dem spirituellen Weg sind, aber auch für Menschen, die im Berufsleben stehen oder in Familienverhältnissen leben. Für Menschen, die in Familienverhältnissen leben, begehen Mahashivratri als Shivas Hochzeitstag. Die Ambitionierten sehen es als den Tag, an dem Shiva alle seine Feinde besiegte. Aber in der yogischen Tradition betrachten wir Shiva nicht als Gott, sondern als den ersten Guru oder Adi Guru: derjenige, der die Wissenschaft des Yoga hervorbrachte. Das Wort „Shiva“ bedeutet „das, was nicht ist“. Wenn du dich selbst in einem solchen Zustand halten kannst, dass du nicht du selbst bist und Shiva erlaubst, zu sein, dann entfaltet sich die Möglichkeit, eine neue Sicht auf das Leben zu eröffnen und das Leben mit völliger Klarheit zu betrachten.